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Baccarat Spielregeln

Beim Baccarat fällt deine Entscheidung vor der ersten Karte: Spieler, Bankier oder Unentschieden? Danach folgt die Runde festen Regeln. Auf Playiro findest du die Baccarat Spielregeln mit Kartenwerten, Auszahlungstabellen und Beispielen – einschliesslich der Unterschiede, auf die es bei der Tischwahl ankommt.

Adam Davis Fernsby

Erstellt von Adam Davis Fernsby

Claudia Huber

Übersetzt von Claudia Huber

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Wie spielt man Baccarat?

Beim Baccarat setzt du darauf, welche von zwei Kartenhänden gewinnt: Spieler oder Bankier. Alternativ kannst du auf ein Unentschieden setzen. Gewonnen hat die Hand, deren Punktwert näher an 9 liegt.

Dabei sind «Spieler» und «Bankier» lediglich die Namen der beiden Hände. Du bekommst keine eigene Hand und darfst vor jeder Runde frei entscheiden, auf welche Seite du setzt.

Diese Anleitung beschreibt Punto Banco, die verbreitete Kasinoversion von Baccarat. Hier bestimmen feste Regeln, ob weitere Karten gezogen werden. Nach deinem Einsatz musst du keine Entscheidungen über die Karten treffen. Dadurch gehört Baccarat zu den leicht zugänglichen Kasinospielen.

Kartenwerte: Warum 7 plus 8 nur 5 ergibt

Bei Baccarat zählt ausschliesslich die letzte Ziffer der Kartensumme. Der Wert einer Hand liegt deshalb immer zwischen 0 und 9. Ein Überkaufen wie beim Blackjack gibt es nicht.

Karte Wert
Ass 1
2–9 Aufgedruckter Zahlenwert
10 0
Bube, Dame und König 0

Farben und Symbole haben für die normalen Hauptwetten keine Bedeutung. Ein Paar erhält ebenfalls keinen besonderen Wert.

Drei Beispiele zum Nachrechnen

Karten Rechnung Handwert
7 und 8 15 → nur die letzte Ziffer zählt 5
König und 9 0 + 9 9
6, 7 und 5 18 → nur die letzte Ziffer zählt 8

Eine dritte Karte verbessert die Hand also nicht zwangsläufig. Aus 5 Punkten können durch eine zusätzliche 7 beispielsweise 2 Punkte werden.

Eine Baccarat-Runde in fünf Schritten

Gespielt wird üblicherweise mit mehreren gemischten Kartenspielen, häufig sechs oder acht. Unabhängig davon, wie viele Personen am Tisch sitzen, werden für die Hauptwetten immer dieselben beiden Hände ausgewertet.

  1. Einsatz platzieren.
    Lege deine Jetons auf Spieler, Bankier oder Unentschieden. Auf englisch beschrifteten Tischen stehen dafür «Player», «Banker» und «Tie».

  2. Die ersten Karten werden ausgeteilt.
    Spieler und Bankier erhalten abwechselnd jeweils zwei Karten. Sobald keine Einsätze mehr angenommen werden, darfst du deine Wette nicht mehr verändern.

  3. Auf einen natürlichen Gewinnwert prüfen.
    Hat mindestens eine Hand mit ihren ersten beiden Karten 8 oder 9 Punkte, werden keine weiteren Karten gezogen. Diese Anfangswerte heissen «Natural».

  4. Gegebenenfalls eine dritte Karte ziehen.
    Liegt kein Natural vor, entscheidet die festgelegte Ziehregel, ob eine oder beide Hände eine zusätzliche Karte erhalten.

  5. Hände vergleichen und Wetten abrechnen.
    Der höhere Endwert gewinnt. Bei gleichen Werten liegt ein Unentschieden vor.

Beispiel: Du setzt auf Bankier. Spieler beendet die Runde mit 6 Punkten, Bankier mit 7. Deine Bankierwette gewinnt – unabhängig davon, welche Hand nach den ersten beiden Karten vorne lag.

Baccarat-Auszahlungen im Vergleich

Die folgende Tabelle zeigt die üblichen Auszahlungen beim klassischen Punto Banco. Die Bankierwette wird hier mit 5 % Kommission auf den Gewinn abgerechnet.

Die angegebenen Quoten beschreiben den Nettogewinn. Deinen ursprünglichen Einsatz erhältst du bei einer gewonnenen Wette zusätzlich zurück.

Wette Übliche Auszahlung Nettogewinn bei 20 CHF Einsatz Gesamtrückzahlung
Spieler 1:1 20 CHF 40 CHF
Bankier 1:1 abzüglich 5 % Gewinnkommission 19 CHF 39 CHF
Unentschieden 8:1 160 CHF 180 CHF
Unentschieden, alternative Auszahlung 9:1 180 CHF 200 CHF

Die beiden Unentschieden-Quoten sind unterschiedliche Tischbedingungen. Welche gilt, steht auf dem Tisch beziehungsweise in der Auszahlungstabelle.

Was passiert bei einem Unentschieden?

Enden beide Hände mit demselben Wert, werden normale Einsätze auf Spieler und Bankier zurückgegeben. Diese Wetten gewinnen und verlieren in dieser Runde nicht.

Nur die Unentschieden-Wette wird dann entsprechend ihrer Quote ausgezahlt. Gewinnt dagegen Spieler oder Bankier, verliert die Unentschieden-Wette.

Die dritte Karte: Wer zieht wann?

Du musst diese Tabelle nicht auswendig lernen, um mitzuspielen. Der Croupier beziehungsweise die Spielsoftware führt die Ziehregeln aus. Sie helfen dir aber zu verstehen, weshalb eine Hand noch eine Karte bekommt und die andere stehen bleibt.

Zuerst gilt immer die Natural-Regel: Hat eine der beiden Anfangshände 8 oder 9 Punkte, zieht keine Seite nach.

Ziehregel für die Spielerhand

Liegt kein Natural vor, wird zunächst die Spielerhand betrachtet.

Punkte der Spielerhand nach zwei Karten Aktion
0–5 Eine dritte Karte ziehen
6–7 Mit zwei Karten stehen bleiben

Bleibt Spieler mit 6 oder 7 stehen, ist auch die Bankierregel einfach: Bankier zieht bei 0–5 und bleibt bei 6–7 stehen.

Ziehregel für Bankier, wenn Spieler nachgezogen hat

Hat Spieler eine dritte Karte erhalten, hängt die Entscheidung des Bankiers von deren Kartenwert ab – nicht vom neuen Gesamtwert der Spielerhand.

Bankierpunkte nach zwei Karten Bankier zieht eine dritte Karte, wenn die dritte Spielerkarte diesen Wert hat
0–2 Bei jedem Wert
3 Bei jedem Wert ausser 8
4 Bei 2–7
5 Bei 4–7
6 Bei 6 oder 7
7 Nie

In allen anderen Fällen bleibt Bankier stehen. Eine 10 oder Bildkarte zählt auch in dieser Tabelle als 0.

Beispiel: Bankier hat 4 Punkte. Die dritte Spielerkarte ist eine 6. Bankier muss nachziehen. Wäre die dritte Spielerkarte eine 9, würde Bankier mit seinen 4 Punkten stehen bleiben.

Welche Wette hat die günstigsten Chancen?

Die hohe Auszahlung einer Wette sagt wenig darüber aus, wie günstig sie mathematisch ist. Entscheidend ist das Verhältnis zwischen Trefferwahrscheinlichkeit und Auszahlung.

Für klassisches Baccarat mit acht Kartenspielen gelten ungefähr diese Hausvorteile:

Wette und Auszahlung Hausvorteil
Bankier mit 5 % Gewinnkommission 1,06 %
Spieler, Auszahlung 1:1 1,24 %
Unentschieden, Auszahlung 8:1 14,36 %
Unentschieden, Auszahlung 9:1 4,84 %

Die Bankierwette hat unter diesen Bedingungen den niedrigsten Hausvorteil. Die Kommission gleicht einen Teil ihres Vorteils aus, der durch die unterschiedlichen Ziehregeln entsteht.

Ein Hausvorteil von 1,06 % bedeutet einen theoretischen durchschnittlichen Verlust von 1,06 CHF je 100 CHF Gesamtumsatz über sehr viele Wetten. Er beschreibt nicht das Ergebnis einer einzelnen Sitzung.

Strategie: Was du beeinflussen kannst

Bei Punto Banco steuerst du weder das Ziehen noch das Stehenbleiben. Deine Entscheidungen betreffen die Wettart, die Einsatzhöhe und die Spieldauer.

Vergleiche die Tischbedingungen

Die Bezeichnung «Baccarat» allein reicht nicht aus. Prüfe insbesondere:

  • Wie wird ein Bankiergewinn bezahlt?
  • Gibt es eine Kommission oder eine Ausnahmeregel?
  • Zahlt Unentschieden 8:1 oder 9:1?
  • Welche Bedingungen gelten für Nebenwetten?

Bei der klassischen Variante ist Bankier mathematisch günstiger als Spieler oder Unentschieden. Bei abweichenden Auszahlungen muss dieser Vergleich neu betrachtet werden.

Verwechsle Ergebnisanzeigen nicht mit Vorhersagen

Viele Tische zeigen frühere Ergebnisse als farbige Punkte oder Linien. Daraus erkennst du, was bereits passiert ist. Eine lange Bankierserie bedeutet aber nicht, dass Spieler jetzt «dran» sein muss – und garantiert auch keinen weiteren Bankiergewinn.

Erhöhe Einsätze nicht automatisch nach Verlusten

Systeme wie Martingale verändern die Einsatzhöhe, aber nicht den Hausvorteil. Bei wiederholtem Verdoppeln steigen die benötigten Beträge schnell: Aus 10 CHF werden nach wenigen Stufen 20, 40, 80 und 160 CHF.

Ein fester Einsatz macht den Geldverbrauch übersichtlicher. Er schafft jedoch ebenfalls keinen mathematischen Gewinnvorteil.

Baccarat ohne Kommission und weitere Varianten

Die Baccarat Regeln sind nicht an jedem Tisch identisch. Besonders bei Angeboten ohne Kommission lohnt sich ein genauer Blick auf die Ausnahmen.

Variante Wichtigster Unterschied
Klassisches Punto Banco Feste Ziehregeln; Bankiergewinn üblicherweise mit 5 % Kommission
Mini-Baccarat Kompakterer Tisch; der Croupier übernimmt das Austeilen, die Grundregeln bleiben normalerweise gleich
No Commission Baccarat Keine übliche Bankierkommission, dafür veränderte Auszahlungen bei bestimmten Ergebnissen
Chemin de Fer Die Bank wechselt zwischen den Teilnehmenden; Entscheidungen über das Nachziehen sind teilweise möglich
Baccarat Banque Andere Bankhalterstruktur und Spielorganisation als bei Punto Banco

Eine verbreitete Variante ohne Kommission zahlt einen Bankiergewinn mit 6 Punkten nur 1:2. Bei 20 CHF Einsatz wären das 10 CHF Nettogewinn. Andere Ausführungen verwenden andere Ausnahmen.

Nebenwetten auf Paare oder besondere Kartenkombinationen werden separat abgerechnet. Sie sind für das normale Spiel nicht erforderlich und haben eigene Quoten.

Geschichte des Spiels: Von Frankreich an die Kasinotische

Baccarat ist zuverlässig im Frankreich des 19. Jahrhunderts dokumentiert. Häufig wird ein Ursprung im Italien des 15. Jahrhunderts genannt; diese Erzählung ist jedoch nicht durch zeitgenössische Belege gesichert.

Aus dem Spiel entwickelten sich verschiedene Formen, darunter Chemin de Fer und Baccarat Banque. Mit Punto Banco setzte sich später eine Variante durch, bei der feste Ziehregeln die Entscheidungen über zusätzliche Karten vollständig übernehmen.

Diese Entwicklung erklärt, warum Baccarat heute gleichzeitig als traditionsreiches Kartenspiel und als unkompliziertes Kasinospiel bekannt ist: Die Herkunft ist vielfältig, der Ablauf am Punto-Banco-Tisch dagegen klar vorgegeben.

Baccarat Spielregeln kurz nachschlagen

Die wichtigsten Regeln dieser Anleitung beziehen sich auf klassisches Punto Banco mit Bankierkommission.

Frage Antwort
Worauf setzt man? Auf Spieler, Bankier oder Unentschieden
Welche Hand gewinnt? Die mit dem höheren Endwert, maximal 9
Wie zählen die Karten? Ass = 1, Zahlenkarten 2–9 entsprechend ihrem Wert, 10 und Bilder = 0
Was passiert bei einer Summe über 9? Nur die letzte Ziffer zählt
Wie viele Karten erhält jede Hand? Zunächst zwei, gegebenenfalls eine dritte
Was ist ein Natural? 8 oder 9 mit den ersten beiden Karten; beide Hände erhalten dann keine weitere Karte
Wer entscheidet über das Nachziehen? Die festen Ziehregeln
Was passiert bei Gleichstand? Spieler- und Bankiereinsätze werden zurückgegeben
Wie zahlt Spieler? 1:1
Wie zahlt Bankier? Üblicherweise 1:1 abzüglich 5 % Kommission auf den Gewinn
Wie zahlt Unentschieden? Häufig 8:1, an manchen Tischen 9:1

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