
Blackjack Regeln
Ziehen, stehen bleiben oder verdoppeln? Bei Blackjack entscheidet jede Aktion darüber, wie sich deine Hand entwickelt. Playiro erklärt dir die Blackjack Regeln mit Kartenwerten, einem klaren Rundenablauf und praktischen Beispielen. Dazu erfährst du, welche Tischregeln für deine Entscheidungen wichtig sind.
Erstellt von Adam Davis Fernsby
Übersetzt von Claudia Huber
Wie spielt man Blackjack?
Bei Blackjack spielst du gegen den Dealer. Dein Ziel ist eine höhere Punktzahl als die Bank, ohne 21 zu überschreiten. Auch wenn mehrere Personen am Tisch sitzen, wird jede Hand einzeln gegen den Dealer gewertet.
Dieses beliebte Casinospiel verbindet einen einfachen Ablauf mit Entscheidungen: Du kannst weitere Karten verlangen, stehen bleiben oder unter bestimmten Voraussetzungen deinen Einsatz verdoppeln beziehungsweise ein Paar teilen.
Dabei zählt nicht nur deine eigene Hand. Auch die offene Karte des Dealers beeinflusst, welcher Spielzug sinnvoll ist. Mit 16 Punkten gegen eine 10 der Bank spielst du beispielsweise anders als gegen eine 4.
Kartenwerte und die Bedeutung von Blackjack
Die meisten Karten zählen ihren aufgedruckten Wert. Bildkarten sind jeweils zehn Punkte wert, während ein Ass flexibel als 1 oder 11 zählt.
| Karte oder Hand | Wert und Bedeutung |
|---|---|
| 2–10 | Aufgedruckter Zahlenwert |
| Bube, Dame, König | Jeweils 10 Punkte |
| Ass | 1 oder 11 Punkte, je nachdem, was für die Hand günstiger ist |
| Blackjack | Ass und eine Zehnwertkarte als erste zwei Karten |
| Bust | Mehr als 21 Punkte; die Hand verliert sofort |
Ein Blackjack ist stärker als eine gewöhnliche 21 aus drei oder mehr Karten. Haben sowohl du als auch der Dealer einen Blackjack, endet die Hand normalerweise unentschieden.
Harte und weiche Hände
Eine weiche Hand, auch «Soft Hand» genannt, enthält ein Ass, das noch als 11 zählt. Ass und 6 ergeben beispielsweise eine weiche 17.
Ziehst du dazu eine 9, zählt das Ass stattdessen als 1. Deine Hand hat nun 16 Punkte und ist nicht überkauft.
Eine harte Hand enthält kein Ass, das als 11 zählt. Eine 10 und eine 7 bilden eine harte 17. Diese Unterscheidung ist für die Strategie und die Dealerregeln wichtig.
Was braucht man für eine Runde?
Blackjack wird mit gewöhnlichen Kartenspielen ohne Joker gespielt. Im Casino werden häufig mehrere Kartenspiele zusammen verwendet.
| Spielmerkmal | Üblicher Aufbau |
|---|---|
| Spieler | Häufig bis zu 7 Plätze und ein Dealer |
| Karten | 1–8 Kartenspiele mit jeweils 52 Karten |
| Casinotisch | Oft 6 oder 8 Kartenspiele |
| Spiel zu Hause | Mit Karten und Spielchips möglich |
| Starthand | Zwei Karten pro Spieler |
| Gegenspieler | Der Dealer beziehungsweise die Bank |
Die genauen Blackjack Regeln stehen am Tisch oder in der Spielinformation. Besonders wichtig sind die Blackjack-Auszahlung, die Regeln zum Verdoppeln und Teilen sowie der Umgang mit Soft 17.
Spielablauf – so läuft eine Blackjack-Runde ab
Die Spieler handeln vor dem Dealer. Diese Reihenfolge ist entscheidend: Wer sich überkauft, verliert sofort, selbst wenn die Bank später ebenfalls über 21 kommt.
Einsatz platzieren. Vor der Kartenausgabe setzt du deine Chips innerhalb der Tischlimits.
Karten erhalten. Du bekommst zwei Karten, am üblichen offenen Tisch beide sichtbar. Der Dealer zeigt eine offene Karte. Je nach Variante erhält er zusätzlich eine verdeckte Karte oder seine zweite Karte erst später.
Starthand prüfen. Addiere deine Kartenwerte und beachte die offene Dealerkarte. Zeigt der Dealer ein Ass, kann eine Versicherung angeboten werden. Bei Varianten mit verdeckter Karte wird ein möglicher Dealer-Blackjack häufig schon vor den Spielerzügen geprüft.
Aktion wählen. Du entscheidest dich für Ziehen, Stehen, Verdoppeln, Teilen oder gegebenenfalls Aufgeben. Welche Möglichkeiten verfügbar sind, hängt von deiner Hand und den Tischregeln ab.
Eigene Hand abschliessen. Nach dem Ziehen kannst du normalerweise erneut entscheiden. Beim Verdoppeln erhältst du genau eine weitere Karte. Überschreitest du 21, ist die Hand verloren.
Dealerhand vervollständigen. Sind alle Spieler fertig, deckt der Dealer seine verdeckte Karte auf oder erhält seine zweite Karte.
Dealer zieht nach festen Vorgaben. Bis einschliesslich 16 muss er ziehen. Bei 17 oder mehr bleibt er normalerweise stehen; für Soft 17 kann eine andere Regel gelten.
Ergebnis abrechnen. Höhere gültige Hände gewinnen gegen niedrigere. Überkauft sich der Dealer, gewinnen die noch aktiven Hände. Gleiche Werte ergeben grundsätzlich ein Unentschieden, wobei ein Blackjack Vorrang vor einer gewöhnlichen 21 hat.
Deine Entscheidungen am Tisch
Die Blackjack Spielregeln geben dir mehrere Handlungsmöglichkeiten. Nicht jede davon ist in jeder Situation erlaubt.
Stehen – Stand
Du behältst deine aktuelle Punktzahl und erhältst keine weiteren Karten. Deine Hand wartet anschliessend auf das Ergebnis des Dealers.
Stehen kann auch mit einer eher niedrigen Punktzahl richtig sein, wenn die offene Dealerkarte eine ungünstige Ausgangslage für die Bank bedeutet.
Ziehen – Hit
Du verlangst eine weitere Karte. Solange du nicht über 21 kommst und keine Sonderregel greift, kannst du danach erneut ziehen oder stehen bleiben.
Mit einer weichen Hand hast du zusätzlichen Spielraum, weil ein Ass von 11 auf 1 wechseln kann.
Verdoppeln – Double Down
Du erhöhst deinen ursprünglichen Einsatz um denselben Betrag und erhältst genau eine weitere Karte. Danach ist deine Hand abgeschlossen.
Verdoppeln ist meistens nur mit den ersten beiden Karten erlaubt. Manche Tische beschränken es zusätzlich auf bestimmte Punktzahlen.
Teilen – Split
Hast du ein Paar, kannst du es je nach Tischregel in zwei Hände aufteilen. Dafür setzt du zusätzlich den gleichen Betrag wie für die ursprüngliche Hand.
Beide Hände werden separat gespielt und abgerechnet. Ob unterschiedliche Zehnwertkarten, etwa Bube und König, geteilt werden dürfen, hängt vom Tisch ab.
Für geteilte Asse gelten häufig Einschränkungen:
- Pro Ass gibt es oft nur eine weitere Karte.
- Erneutes Teilen ist nicht überall erlaubt.
- Ein Ass mit einer Zehnwertkarte nach dem Teilen zählt normalerweise als gewöhnliche 21 und nicht als Blackjack.
Aufgeben – Surrender
Wenn der Tisch Surrender anbietet, kannst du deine Starthand unter den geltenden Bedingungen aufgeben. Du verlierst die Hälfte des Einsatzes und erhältst die andere Hälfte zurück.
Der Zeitpunkt unterscheidet sich: «Early Surrender» erfolgt vor der Prüfung auf Dealer-Blackjack, «Late Surrender» erst danach.
Versicherung – Insurance
Zeigt der Dealer ein Ass, kannst du häufig einen separaten Einsatz darauf platzieren, dass er einen Blackjack hat.
Die Versicherung beträgt üblicherweise höchstens die Hälfte deines ursprünglichen Einsatzes und zahlt bei Erfolg 2:1. Sie wird unabhängig von deiner eigentlichen Hand abgerechnet.
Für Spieler ohne zusätzliche Informationen zur Kartenverteilung ist Versicherung nach der Grundstrategie normalerweise nicht sinnvoll.
Welche Regeln muss der Dealer befolgen?
Der Dealer entscheidet nicht frei. Er muss nach den Vorgaben des Tisches handeln, unabhängig davon, welche Punktzahlen die Spieler haben.
| Dealerhand | Vorgeschriebene Aktion |
|---|---|
| 16 oder weniger | Weitere Karte ziehen |
| Harte 17 oder mehr | Stehen bleiben |
| Weiche 17 | Je nach Tisch ziehen oder stehen bleiben |
| Mehr als 21 | Bank überkauft sich |
| Blackjack | Gewinnt gegen gewöhnliche Hände; gegen Spieler-Blackjack normalerweise Push |
S17 bedeutet, dass der Dealer auch auf Soft 17 stehen bleibt. H17 bedeutet, dass er bei Soft 17 ziehen muss.
Bei ansonsten identischen Regeln ist S17 für Spieler günstiger als H17.
Mit oder ohne verdeckte Dealerkarte
Beim amerikanischen Ablauf erhält der Dealer meist schon zu Beginn eine verdeckte Karte, das sogenannte «Hole Card».
Bei vielen europäischen Varianten bekommt er seine zweite Karte erst nach den Spielerzügen. Wird dann ein Blackjack festgestellt, können je nach Tisch auch zusätzliche Einsätze aus Verdoppeln und Teilen verloren gehen. Deshalb muss die verwendete Strategietabelle zur Variante passen.
Gewinne, Unentschieden und Auszahlungen
Du musst nicht genau 21 erreichen, um zu gewinnen. Eine 18 schlägt eine Dealer-17 ebenso wie eine 20 – beide sind gewöhnliche Gewinne.
| Ergebnis | Übliche Abrechnung |
|---|---|
| Deine Hand ist höher als die Dealerhand | Gewinn 1:1 |
| Dealer über 21, du noch im Spiel | Gewinn 1:1 |
| Gleiche Punktzahl ohne Blackjack-Vorrang | Push: Einsatz zurück |
| Dein Blackjack gegen Dealer ohne Blackjack | Häufig Gewinn 3:2 |
| Beide haben Blackjack | Normalerweise Push |
| Du überschreitest 21 | Einsatz verloren |
Beispiel mit CHF 20 Einsatz:
- Bei einem gewöhnlichen Sieg gewinnst du CHF 20 und erhältst deinen Einsatz zurück: insgesamt CHF 40.
- Bei einem Blackjack mit Auszahlung 3:2 gewinnst du CHF 30 und erhältst deinen Einsatz zurück: insgesamt CHF 50.
- Bei einem Push bekommst du nur deine CHF 20 zurück.
Manche Tische zahlen Blackjack lediglich 6:5. Bei CHF 20 Einsatz wären das CHF 24 Gewinn statt CHF 30. Diese Auszahlung ist für Spieler deutlich ungünstiger.
Blackjack Strategie – Entscheidungen mit System
Eine Grundstrategietabelle zeigt, welche Aktion bei deiner Hand und der offenen Dealerkarte mathematisch am günstigsten ist. Sie unterscheidet zwischen harten Händen, weichen Händen und Paaren.
Wähle eine Tabelle, die zur Anzahl der Kartenspiele und zu den Tischregeln passt. Grundstrategie reduziert vermeidbare Fehler, garantiert aber keine Gewinne und beseitigt den Hausvorteil normalerweise nicht.
Typische Entscheidungen
Für verbreitete Mehrdeckspiele gelten beispielsweise folgende Orientierungspunkte:
- Harte 12 gegen Dealer 4–6: stehen bleiben.
- Harte 11 gegen Dealer 6: verdoppeln, sofern erlaubt.
- Harte 16 aus 10 und 6 gegen Dealer 10: häufig aufgeben, wenn zulässig; andernfalls ziehen.
- Zwei Zehner: normalerweise nicht teilen.
- Zwei Fünfer: als Hand mit zehn Punkten behandeln, nicht als Paar zum Teilen.
Asse und Achter werden in vielen Standardsituationen geteilt. Die pauschale Regel «immer teilen» ist jedoch zu ungenau: Dealerkarte, Surrender und europäische Regeln ohne vorherige Blackjack-Prüfung können die Entscheidung verändern.
Tischregeln vor dem Einsatz prüfen
Nicht allein die Zahl der Kartenspiele entscheidet darüber, wie günstig ein Tisch ist. Prüfe vor allem:
- Blackjack-Auszahlung: 3:2 oder 6:5?
- Soft 17: Muss der Dealer stehen bleiben oder ziehen?
- Verdoppeln: Mit welchen Händen und auch nach dem Teilen erlaubt?
- Teilen: Wie oft möglich, und welche Einschränkungen gelten für Asse?
- Surrender: Verfügbar oder nicht?
- Dealer-Blackjack: Was passiert mit zusätzlichen Einsätzen?
Weniger Kartenspiele können bei sonst gleichen Bedingungen günstiger sein. Eine schlechtere Blackjack-Auszahlung kann diesen Vorteil jedoch mehr als aufheben.
Häufige Fehler vermeiden
Viele Fehlentscheidungen entstehen, weil eine Hand nur nach ihrer eigenen Punktzahl beurteilt wird. Die offene Dealerkarte und die Tischregeln gehören immer dazu.
| Fehler | Besserer Ansatz |
|---|---|
| Mit jeder 16 stehen bleiben | Dealerkarte und passende Grundstrategie berücksichtigen |
| Eine weiche 17 wie eine harte 17 behandeln | Prüfen, ob das Ass noch als 11 zählt |
| Versicherung als Schutz der ganzen Hand verstehen | Als separate Wette auf Dealer-Blackjack betrachten |
| Zehner aus Hoffnung auf zwei starke Hände teilen | Den Wert der vorhandenen 20 berücksichtigen |
| Einsätze nach Verlusten automatisch erhöhen | Nicht erwarten, dass eine Setzfolge den Hausvorteil beseitigt |
| Jede 21 als Blackjack behandeln | Nur die ursprüngliche Zweikartenkombination ist ein Blackjack |
Varianten und Zusatzwetten
Blackjack wird mit unterschiedlichen Regelwerken angeboten. Manche Bezeichnungen stehen für ein eigenes Spiel, andere lediglich für eine Zusatzwette.
21+3
21+3 ist eine Nebenwette auf deine ersten beiden Karten und die offene Dealerkarte. Gewertet werden bestimmte Pokerkombinationen, etwa Flush, Strasse oder Drilling.
Die Nebenwette wird separat vom eigentlichen Blackjack-Spiel abgerechnet. Ein Gewinn oder Verlust bei 21+3 sagt deshalb nichts darüber aus, wie deine Hauptwette endet.
Spanish 21
Spanish 21 verwendet Kartenspiele ohne die Zahlenkarten mit dem Wert 10. Buben, Damen und Könige bleiben enthalten.
Zusätzliche Spielerrechte und Bonusauszahlungen verändern das Spiel. Dafür brauchst du eine eigene Strategie; die Tabelle für klassisches Blackjack lässt sich nicht unverändert übernehmen.
Blackjack mit mehreren Händen
Beim Multihand-Spiel setzt du auf mehrere eigene Hände gleichzeitig. Jede Hand wird separat gespielt und gegen den Dealer abgerechnet.
Dadurch steigt der Gesamteinsatz pro Runde. Mehr Hände verbessern jedoch nicht automatisch den mathematischen Erwartungswert pro eingesetztem Franken.
Blackjack Regeln kurz zusammengefasst
Mit dieser Übersicht kannst du die wichtigsten Kartenwerte, Entscheidungen und Ergebnisse schnell nachschlagen.
| Regel | Erklärung |
|---|---|
| Ziel | Den Dealer schlagen, ohne 21 zu überschreiten |
| Zahlenkarten | Zählen ihren aufgedruckten Wert |
| Bildkarten | Jeweils 10 Punkte |
| Ass | 1 oder 11 Punkte |
| Blackjack | Ass plus Zehnwertkarte als ursprüngliche Zweikartenhand |
| Ziehen | Eine weitere Karte verlangen |
| Stehen | Keine weitere Karte nehmen |
| Verdoppeln | Einsatz verdoppeln und genau eine Karte erhalten |
| Teilen | Ein zulässiges Paar mit zusätzlichem Einsatz in zwei Hände aufteilen |
| Surrender | Falls erlaubt: Hand aufgeben und den halben Einsatz zurückerhalten |
| Dealer | Zieht bis mindestens 17; Soft 17 hängt vom Tisch ab |
| Push | Unentschieden, Einsatz zurück |
| Bust | Über 21: sofortiger Verlust |
| Gewöhnlicher Gewinn | Üblicherweise 1:1 |
| Blackjack-Gewinn | Häufig 3:2; Auszahlung vor dem Spiel prüfen |