
Monopoly Spielregeln
Bei Monopoly gehört das Verhandeln genauso dazu wie das Würfeln. Welche Strasse gibst du ab, wann baust du Häuser und wie viel Geld behältst du zurück? Playiro erklärt dir die Monopoly Spielregeln samt Auktionen, Hypotheken und den häufigsten Missverständnissen am Spieltisch.
Erstellt von Adam Davis Fernsby
Übersetzt von Claudia Huber
Wie spielt man Monopoly Brettspiele?
Monopoly ist ein Brettspiel, bei dem ihr Grundstücke kauft, Mieten kassiert und um vollständige Farbgruppen verhandelt. Wer alle Strassen einer Farbe besitzt, darf dort Häuser und später Hotels bauen. Dadurch werden Besuche der anderen deutlich teurer.
In deinem Zug würfelst du mit zwei Würfeln, ziehst weiter und führst die Aktion deines Zielfelds aus. Du kaufst beispielsweise eine freie Strasse, bezahlst Miete oder ziehst eine Karte.
Das Ziel ist, als letzte Person zahlungsfähig zu bleiben. Viele Grundstücke allein reichen dafür nicht: Wenn du eine fällige Rechnung auch durch Gebäudeverkäufe und Hypotheken nicht bezahlen kannst, scheidest du aus.
Die folgenden Monopoly Spielregeln beziehen sich auf das klassische Spiel. Bei Schweizer Ausgaben können Ortsnamen, Geldbeträge und Bezeichnungen abweichen. Verwendet dafür die Angaben auf eurem Spielplan und den Besitzrechtkarten.
Spiel vorbereiten: Bank, Startgeld und Spielfiguren
Bestimmt zuerst eine Person, die die Bank übernimmt. Sie darf normal mitspielen, muss ihr eigenes Geld aber getrennt vom Bankvermögen aufbewahren.
- Spielplan auslegen: Legt Besitzrechtkarten, Häuser, Hotels und Spielgeld bereit.
- Karten mischen: Mischt Ereignis- und Gemeinschaftskarten getrennt und legt sie verdeckt auf ihre Felder.
- Startgeld verteilen: In der klassischen Ausgabe erhält jeder 1’500 Geldeinheiten. Bei anders skalierten Ausgaben gilt der Betrag aus der beiliegenden Anleitung.
- Figuren aufstellen: Jeder wählt eine Figur und stellt sie auf LOS.
- Startperson bestimmen: Alle würfeln mit beiden Würfeln. Die höchste Summe beginnt; bei Gleichstand würfeln die Beteiligten erneut.
Danach geht es im Uhrzeigersinn weiter. Die Bank verwaltet zunächst alle Grundstücke. Ihr müsst keine vollständige Runde absolvieren, bevor ihr etwas kaufen dürft.
Vom Würfeln bis zur nächsten Person
Ein normaler Spielzug besteht aus wenigen Schritten. Zusätzliche Entscheidungen entstehen durch Käufe, Karten und Verhandlungen.
- Beide Würfel werfen.
- Die Summe vorwärts ziehen. Folge dabei der Richtung des Spielplans.
- Das erreichte Feld abhandeln. Bezahle, kaufe oder führe die entsprechende Anweisung aus.
- Bei einem Pasch erneut würfeln. Zeigen beide Würfel dieselbe Zahl, bist du nach der Feldaktion nochmals dran – sofern du nicht ins Gefängnis geschickt wurdest.
- Den Zug weitergeben. Ohne Pasch ist die nächste Person an der Reihe.
Drei Pasche hintereinander: Beim dritten aufeinanderfolgenden Pasch innerhalb desselben Zuges gehst du direkt ins Gefängnis. Du führst die Bewegung dieses dritten Wurfs nicht mehr aus.
Was bedeuten die verschiedenen Felder?
Nicht jedes Feld löst einen Kauf oder eine Zahlung aus.
| Feld | Was passiert? |
|---|---|
| Freies Grundstück | Zum aufgedruckten Preis kaufen oder versteigern lassen |
| Fremdes Grundstück | Die auf der Besitzrechtkarte angegebene Miete bezahlen |
| Eigenes Grundstück | Keine Zahlung |
| Ereignis oder Gemeinschaft | Oberste Karte ziehen und Anweisung ausführen |
| Steuerfeld | Den angegebenen Betrag an die Bank zahlen |
| LOS | Beim Erreichen oder normalen Vorbeiziehen den vorgesehenen Betrag erhalten |
| Frei Parkieren | Keine Zahlung und keine Belohnung |
| Gefängnis – nur zu Besuch | Keine Auswirkung auf deinen nächsten Zug |
| Gehe in das Gefängnis | Direkt ins Gefängnis ziehen; kein LOS-Geld erhalten |
In der üblichen klassischen Ausgabe zahlt die Bank bei LOS 200. Wer genau darauf landet, erhält nicht automatisch das Doppelte.
Kaufen oder versteigern: Grundstücke bleiben nicht einfach liegen
Landest du auf einer freien Strasse, einem Bahnhof oder einem Versorgungswerk, darfst du es zum aufgedruckten Preis kaufen. Du zahlst an die Bank und erhältst die Besitzrechtkarte.
Willst du nicht kaufen, wird das Grundstück sofort versteigert. Diese Auktion gehört zu den regulären Monopoly Regeln.
Bei der Versteigerung gilt:
- Alle dürfen mitbieten, auch die Person, die den direkten Kauf abgelehnt hat.
- Das Grundstück kann günstiger oder teurer als der aufgedruckte Preis verkauft werden.
- Das höchste Gebot gewinnt.
- Bietet niemand, bleibt das Grundstück bei der Bank.
Durch Auktionen kommen Grundstücke schneller ins Spiel. Wer sie weglässt, verändert den Ablauf deutlich.
Miete: Strassen, Bahnhöfe und Werke unterscheiden sich
Die Besitzrechtkarte zeigt, welche Miete fällig wird. Häuser und Hotels erhöhen sie nur bei Strassen; Bahnhöfe und Versorgungswerke haben eigene Berechnungen.
| Besitzart | Berechnung der Miete |
|---|---|
| Einzelne unbebaute Strasse | Grundmiete laut Besitzrechtkarte |
| Unbebaute Strasse einer vollständigen Farbgruppe | Doppelte Grundmiete |
| Strasse mit Häusern oder Hotel | Entsprechende Zeile auf der Besitzrechtkarte |
| Bahnhof | Abhängig davon, wie viele Bahnhöfe der Eigentümer besitzt |
| Versorgungswerk | Abhängig vom Würfelergebnis und der Anzahl eigener Werke |
| Grundstück mit Hypothek | Keine Miete auf diesem Grundstück |
In der üblichen klassischen Ausgabe kosten Bahnhöfe 25, 50, 100 oder 200 Miete bei einem bis vier Bahnhöfen. Bei einem Versorgungswerk beträgt die Miete das Vierfache des Würfelergebnisses, bei beiden das Zehnfache. Karten können abweichende Anweisungen vorgeben.
Fordert eure Miete rechtzeitig ein. Die genaue Frist steht in der Anleitung eurer Ausgabe; wartet damit nicht mehrere Spielzüge.
Häuser bauen: Erst die Farbgruppe, dann die Gebäude
Sobald dir alle Strassen einer Farbe gehören, kannst du dort Häuser kaufen. Du musst dafür nicht auf der betreffenden Strasse stehen. Bauen ist auch zwischen den Zügen möglich.
Voraussetzung ist, dass innerhalb dieser Farbgruppe keine Hypothek besteht.
Gleichmässig bauen
Die Häuser müssen gleichmässig verteilt werden. Eine Strasse darf höchstens ein Haus mehr haben als eine andere derselben Farbgruppe.
Beispiel für drei Strassen:
- 1–1–0 Häuser: erlaubt.
- 2–1–1 Häuser: erlaubt.
- 3–1–1 Häuser: nicht erlaubt.
Du musst also zuerst jede Strasse mit einem Haus bebauen, bevor eine das zweite erhält. Der Hauspreis steht auf der jeweiligen Besitzrechtkarte.
Vom vierten Haus zum Hotel
Stehen auf allen Strassen einer Farbgruppe jeweils vier Häuser, darfst du eine davon mit einem Hotel ausstatten:
- Bezahle den angegebenen Hotelpreis.
- Gib die vier Häuser dieser Strasse an die Bank zurück.
- Stelle ein Hotel auf die Strasse.
Pro Strasse ist höchstens ein Hotel erlaubt.
Wenn der Bank die Häuser ausgehen
Die klassischen Spielmaterialien enthalten 32 Häuser und 12 Hotels. Sind keine Häuser mehr verfügbar, könnt ihr keine zusätzlichen bauen und auch keine Ersatzgegenstände verwenden.
Wollen mehrere Personen die letzten verfügbaren Gebäude kaufen, werden diese versteigert. Die Gebäudeknappheit ist ein Teil des Spiels.
Tauschen und verhandeln
Einzelne Strassen werden oft erst durch einen Tausch zu einer wertvollen Farbgruppe. Ihr dürft Grundstücke gegen Geld, andere Grundstücke oder eine Kombination daraus handeln.
Auch eine aufbewahrte Gefängnis-Freikarte kann verkauft werden.
Beachtet dabei diese Grenzen:
- Gebäude werden nicht direkt zwischen Spielern verkauft.
- Vor dem Handel mit einer Strasse müssen sämtliche Gebäude ihrer Farbgruppe an die Bank zurückverkauft werden.
- Hypotheken verschwinden durch einen Eigentümerwechsel nicht.
- Private Geldkredite zwischen Spielern gehören nicht zu den klassischen Regeln.
Bewerte bei einem Tausch immer beide Seiten: Eine hilfreiche Strasse kann zu teuer sein, wenn dein Gegenüber dadurch sofort eine gefährliche Farbgruppe bebauen kann.
Gefängnis: aussetzen, bezahlen oder einen Pasch würfeln
Du kommst durch das entsprechende Feld, eine Karte oder drei aufeinanderfolgende Pasche ins Gefängnis. Dein Zug endet sofort.
Landest du dagegen durch normales Ziehen auf dem Gefängnisfeld, bist du lediglich zu Besuch.
Um herauszukommen, hast du drei Möglichkeiten:
| Möglichkeit | Ablauf |
|---|---|
| Freikaufen | Vor dem Würfeln die vorgesehene Gebühr zahlen, normalerweise 50 |
| Freikarte verwenden | Karte abgeben und anschliessend normal würfeln |
| Pasch versuchen | In höchstens drei eigenen Zügen versuchen, einen Pasch zu würfeln |
Würfelst du dich mit einem Pasch frei, ziehst du dessen Augensumme weiter. Dieser Pasch gibt dir keinen zusätzlichen Wurf.
Scheitert auch dein dritter Versuch, musst du die Gebühr bezahlen und mit der gerade gewürfelten Summe weiterziehen.
Deine Geschäfte laufen weiter: Auch im Gefängnis darfst du Mieten kassieren, handeln und unter den normalen Voraussetzungen Gebäude kaufen oder verkaufen.
Geld knapp? Gebäude verkaufen und Hypotheken aufnehmen
Eine hohe Rechnung bedeutet nicht sofort das Aus. Zuerst kannst du versuchen, Geld zu beschaffen.
Gebäude an die Bank zurückverkaufen
Für Häuser und Hotels erhältst du die Hälfte ihres Kaufpreises. Häuser müssen innerhalb einer Farbgruppe ebenso gleichmässig abgebaut werden, wie sie aufgebaut wurden.
Ein überstürzter Ausbau kann deshalb teuer werden: Wer kurz danach wieder verkaufen muss, verliert die Hälfte seiner Bauinvestition.
Grundstücke beleihen
Für eine Hypothek zahlt dir die Bank den auf der Besitzrechtkarte angegebenen Hypothekenwert.
Vorher müssen alle Gebäude der betreffenden Farbgruppe verkauft sein. Die Besitzrechtkarte wird umgedreht; auf diesem Grundstück darfst du nun keine Miete verlangen.
Zur Aufhebung zahlst du den Hypothekenbetrag zuzüglich 10 Prozent Zinsen zurück.
Beispiel: Du erhältst für eine Hypothek 100. Um sie später aufzuheben, zahlst du 110 an die Bank.
Bei der Übernahme eines bereits belasteten Grundstücks fallen ebenfalls Zinsen an. Wer die Hypothek nicht sofort aufhebt, zahlt nach den klassischen Regeln zunächst 10 Prozent und bei der späteren Ablösung nochmals den vorgesehenen Zinsaufschlag.
Wann scheidet jemand aus – und wer gewinnt?
Kannst du eine fällige Zahlung auch durch Verkäufe und Hypotheken nicht vollständig begleichen, bist du bankrott.
- Schulden bei einer anderen Person: Nach dem Verkauf deiner Gebäude gehen dein verbleibendes Geld und deine Grundstücke an diese Person. Für übernommene Hypotheken gelten die entsprechenden Zinsregeln.
- Schulden bei der Bank: Dein Besitz fällt an die Bank zurück. Die Grundstücke werden anschliessend versteigert.
Die anderen spielen weiter. Gewonnen hat die letzte Person, die nicht bankrott ist.
Ein niedriger Bargeldbestand allein bedeutet also noch keine Niederlage. Entscheidend ist, ob du deine tatsächlichen Verpflichtungen bezahlen kannst.
Monopoly-Taktik: Was sich am Tisch wirklich lohnt
Würfelglück spielt eine Rolle, aber Kaufentscheidungen und Verhandlungen bestimmen, was du daraus machst.
Vollständige Farbgruppen anstreben
Viele verstreute Grundstücke bringen zwar Miete, lassen sich aber nicht bebauen. Überlege bei Käufen und Tauschangeboten, welche Farbgruppe du realistisch vervollständigen kannst.
Baukosten und Reserve zusammen betrachten
Investiere nicht automatisch dein gesamtes Geld in Häuser. Eine Reserve kann verhindern, dass du nach einer einzigen teuren Landung Gebäude mit Verlust zurückverkaufen musst.
Mietsteigerungen vergleichen
Schau vor jedem Ausbau auf die Besitzrechtkarten. Wie stark steigt die Miete durch das nächste Haus, und was kostet es? Gerade der Sprung auf drei Häuser kann interessant sein. Ob er sich für dich lohnt, hängt auch vom verfügbaren Geld und den gegnerischen Grundstücken ab.
Auktionen aufmerksam verfolgen
Auch ein Grundstück, das nicht zu deiner geplanten Farbgruppe gehört, kann einen guten Tauschwert haben. Setze dir trotzdem eine Grenze, statt nur mitzubieten, um jemand anderen zu übertrumpfen.
Das Gefängnis je nach Spielphase bewerten
Früh im Spiel möchtest du meist unterwegs sein, um freie Grundstücke zu kaufen. Später kann ein Aufenthalt weniger nachteilig sein: Du kassierst weiterhin Mieten, ohne während eines erfolglosen Paschversuchs auf gegnerischen Hotels zu landen.
Häufige Hausregeln, die nicht zum klassischen Spiel gehören
Einige bekannte Gewohnheiten verändern Monopoly erheblich. Vereinbart sie ausdrücklich, wenn ihr damit spielen möchtet.
| Häufige Hausregel | Klassische Regel |
|---|---|
| Steuern kommen in die Mitte und werden bei Frei Parkieren ausgezahlt | Steuern gehen an die Bank; Frei Parkieren zahlt nichts aus |
| Genau auf LOS gibt es doppeltes Geld | Es gibt den normalen LOS-Betrag |
| Erst nach einer vollständigen Runde darf man kaufen | Kaufen ist ab dem ersten Zug möglich |
| Nicht gekaufte Grundstücke bleiben ohne Auktion frei | Sie werden sofort versteigert |
| Im Gefängnis darf man keine Miete kassieren | Mieteinnahmen bleiben erlaubt |
| Fehlende Häuser werden durch andere Gegenstände ersetzt | Die Zahl der Gebäude bleibt begrenzt |
Zusätzliche Geldgeschenke halten Spieler länger zahlungsfähig und können die Partie verlängern. Wer zügiger spielen möchte, sollte vor allem Auktionen durchführen und auf solche Bonuszahlungen verzichten.
Monopoly Spielregeln in der Übersicht
| Thema | Wichtigste Regel |
|---|---|
| Startgeld | Üblicherweise 1’500 pro Person; Ausgabe beachten |
| Spielzug | Mit zwei Würfeln ziehen und das Zielfeld ausführen |
| Pasch | Erneut würfeln; beim dritten direkt ins Gefängnis |
| Grundstückskauf | Zum aufgedruckten Preis oder durch Auktion |
| Farbgruppe | Ermöglicht doppelte Grundmiete und den Hausbau |
| Gebäude | Gleichmässig bauen; vier Häuser vor einem Hotel |
| Hypothek | Geld von der Bank erhalten, dafür keine Miete auf diesem Grundstück |
| Frei Parkieren | Keine Auszahlung |
| Gefängnis | Zahlen, Freikarte nutzen oder einen Pasch versuchen |
| Bankrott | Fällige Schulden können nicht mehr beglichen werden |
| Sieg | Als letzte Person zahlungsfähig bleiben |


